Wer eine Ausbildung, einen Lehrgang oder ein mehrtägiges Seminar bei uns bucht, investiert Zeit, Energie und Geld in die eigene Entwicklung. Das nehmen wir ernst – und genau deshalb möchten wir euch auch über ein Thema informieren, das oft übersehen wird: die Seminarversicherung.
Das Leben lässt sich nicht immer planen. Eine plötzliche Erkrankung, ein familiärer Notfall oder eine unvorhergesehene berufliche Veränderung kann dazu führen, dass eine Teilnahme kurzfristig nicht möglich ist. In solchen Momenten ist es gut, wenn man sich keine finanziellen Sorgen machen muss – und genau das leistet eine Seminarversicherung.
Was ist eine Seminarversicherung?
Eine Seminarversicherung – manchmal auch Weiterbildungsversicherung oder Seminar-Rücktrittsversicherung genannt – übernimmt Stornokosten oder anteilige Seminargebühren, wenn ihr aus bestimmten Gründen nicht teilnehmen oder eine laufende Ausbildung nicht abschließen könnt.
Was kostet eine Seminarversicherung?
Die Prämie einer Seminarversicherung liegt üblicherweise zwischen 3 % und 8 % der Seminargebühr.
Ein konkretes Rechenbeispiel:
- Seminarkosten: 3.000 €
- Seminarversicherung (ca. 5 %): 150 €
- Stornokosten bei kurzfristiger Absage (ca. 80 %): 2.400 €
150 € für den Schutz vor einem möglichen Verlust von 2.400 € – ob sich die Seminarversicherung lohnt, hängt letztlich von zwei Dingen ab: der Höhe der Seminargebühr und den Stornobedingungen des jeweiligen Angebots.
Was leistet eine Seminarversicherung? Die wichtigsten Leistungen
Der genaue Leistungsumfang variiert je nach Anbieter. Typischerweise deckt eine Seminarversicherung folgende Situationen ab:
- Rücktritt vor Seminarbeginn – z. B. bei akuter Erkrankung, Unfall, Prüfungsunfähigkeit oder schwerer Erkrankung einer nahestehenden Person.
- Abbruch während des Seminars – mit anteiliger Rückerstattung nicht genutzter Seminargebühren.
Je nach Tarif können darüber hinaus auch Umbuchungskosten, Unterkunft oder Anreisekosten abgesichert sein. Nicht versichert sind bei den meisten Anbietern Terminüberschneidungen, fehlende Motivation oder bereits vor Vertragsabschluss bekannte Erkrankungen. Ein genauer Blick in die Versicherungsbedingungen lohnt sich daher immer – bevor man eine Seminarversicherung abschließt.
Für wen ist eine Seminarversicherung sinnvoll?
Eine Seminarversicherung macht besonders dann Sinn, wenn:
- die Ausbildung mehrere Monate oder sogar Jahre dauert
- hohe Lehrgangsgebühren anfallen
- die Teilnahme mit Anreise oder Übernachtung verbunden ist
- oder keine Ersatzteilnahme zu einem späteren Zeitpunkt möglich ist.
Bei einem kurzen Abendworkshop ist das Risiko überschaubar. Bei einem mehrmonatigen Diplomlehrgang im vierstelligen Bereich ist eine Seminarversicherung eine ernstzunehmende Option.
Welche Anbieter für Seminarversicherungen gibt es?
Bekannte Anbieter von Seminarversicherungen sind unter anderem die Europäische Reiseversicherung, HanseMerkur, Allianz und ERGO. Die Produkte unterscheiden sich im Leistungsumfang erheblich – entscheidend sind immer die konkreten Vertragsbedingungen, nicht der Produktname.
Checkliste: Worauf sollte ich beim Abschluss einer Seminarversicherung achten?
Vor dem Abschluss einer Seminarversicherung lohnt es sich, folgende Fragen zu klären:
- Welche Rücktritts- und Abbruchgründe sind konkret versichert?
- Ab wann greift der Versicherungsschutz?
- Gibt es einen Selbstbehalt?
- Sind auch Teilabbrüche einzelner Module versichert?
- Wie hoch sind die maximalen Erstattungsbeträge?
Fazit: Seminarversicherung – Absicherung mit Augenmaß
Eine Seminarversicherung ist kein Muss – aber sie kann Planungssicherheit geben und ein gutes Gefühl schaffen, besonders wenn die Investition größer ist. Wer Kosten, Stornobedingungen und die eigene Lebenssituation realistisch einschätzt, trifft die richtige Entscheidung für sich.
Und dann kann es losgehen mit dem, worum es wirklich geht: Wachsen, Lernen und Entfalten.
Hast du Fragen zu unseren Stornobedingungen? Unser Team gibt dir gerne Auskunft – einfach melden.