Wir alle kennen sie. Die Leute, die nur einen Fuß in den Raum setzen müssen und bereits die gesamte Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Solche, die mit dem ersten Satz in einem Verkaufsgespräch überzeugen oder mit einem einzigen Lächeln ihre ZuhörerInnen für sich gewinnen. Was sie von anderen unterscheidet ist meist eines: Charisma. Wir verraten dir, was wir von diesen Personen lernen können und wie auch du andere charismatisch in deinen Bann ziehen kannst. 

“Gnadengabe”, also ein gutgemeintes Geschenk – das bedeutet der Begriff Charisma, wenn wir ihn auf seinen Ursprung im Griechischen zurückführen. Es ist also ein Geschenk, charismatisch zu sein. Das ist naheliegend, schließlich öffnet diese besondere Ausstrahlung, die Charisma beschreibt, seinen BesitzerInnen regelmäßig Tür und Tor. Charismatische Menschen wirken sympathisch und kompetent. Wir vertrauen ihnen dadurch schneller und fühlen uns fast schon zu ihnen hingezogen. Das verschafft solchen Personen oft mehr beruflichen, sowie privaten Erfolg. Sei es also bei Präsentationenin Diskussionen, Meetings oder einfach im persönlichen Gespräch – charismatische Persönlichkeiten überzeugen. Allerdings handelt es sich dabei keineswegs um etwas, das eine Person entweder hat oder eben nicht. Charisma kann erlernt werden, denn es gibt einige Verhaltensweisen, die uns auf Anhieb mehr Esprit verleihen.  

Augenkontakt statt Blickkontakt 

Wer wagt gewinnt – das gilt auch beim Blickkontakt. Wer anderen in die Augen schaut, wirkt selbstsicher. Dazu kommt, dass unser Hirn das Wohlfühl-Hormon Dopamin ausschüttet, wenn wir mit einer sympathischen Person Augenkontakt haben. Die Betonung liegt hierbei auf Augenkontakt, nicht nur Blickkontakt. Wir streifen einander häufig mit flüchtigen Blicken, das alleine stellt allerdings noch keine Verbindung her. Wer sein Gegenüber für sich gewinnen möchte, sollte sich trauen, etwa zwei Sekunden wirklichen Kontakt zur anderen Person aufzubauen. Flüchtige Blicke wirken nämlich wenig wertschätzend, oft halbherzig und können Hektik und Unruhe vermitteln. Auch längeres Starren sorgt für wenig Sympathie. Im Gegenteil, letzteres kann oft sogar als aggressiv interpretiert werden. Die goldene Mitte ist also ratsam. Das mag wirken, als liege es auf der Hand. Doch versuch es einmal bewusst – ein paar Sekunden Augenkontakt sind anfangs schwieriger, als sie klingen. 

Bitte lächeln!

Wer bei seinen KundInnen, MitarbeiterInnen oder dem Publikum punkten möchte, setzt am besten eine freundliche Mine auf. Ein ehrliches Lächeln ist nicht nur im übertragenen Sinn ansteckend. Sogenannte Spiegelneuronen sorgen dafür, dass wir ebenfalls schmunzeln müssen, wenn uns jemand ein Lächeln zuwirft. Das sorgt für sofortige Sympathie und kann den Rapport stärken. Ein Lächeln entmachtet Gefühle wie Misstrauen oder Skepsis. Wer also strahlend durch die Welt geht, schenkt anderen Glück und Freude – und sich selbst ein charismatischeres Auftreten.  

An dieser Stelle sei jedoch vor “Fake-Lächeln” gewarnt. Unsere Umwelt bemerkt schnell, wenn jemand lächelt, weil er es muss und nicht der Freude wegen. Denn wie so oft im Leben verraten uns unsere Augen. Schließlich werden sie nicht umsonst das “Tor zur Seele” genannt. Nur bei einem echten Lächeln lachen die Augen mit und nur dann wirkt es authentisch und lässt den Freudefunken überspringen. Versuch es selbst: es ist nicht möglich, an etwas zu denken, das wir als negativ empfinden und dabei mit den Augen zu lachen.  

Der Ton macht die Musik 

In jedem Präsentationstechnik- oder Rhetorik-Workshop setzen TrainerInnen die Stimme auf die Tagesordnung. Zurecht, denn eine harmonische Stimmmelodie und artikuliertes Sprechen sorgen bei unserem Gesprächspartner für Pluspunkte. Wer an Charisma gewinnen möchte, sollte die Stimme morgens mit kurzen Stimmübungen und dem Lockern des Kiefers aufwärmen. Weitere Tipps für ein starkes Stimmvolumen: vor wichtigen Vorträgen genügend Trinken – am besten Wasser und keinen Kaffee (der trocknet aus) oder Milch (diese verschleimt), verrauchte Räumlichkeiten meiden, übermäßiges Räuspern unterlassen und dem Körper genügend Schlaf gönnen. 

Zauberworte Begeisterung und Authentizität 

Wirklich charismatische Persönlichkeiten zeichnen sich häufig auch durch ihre glühende Art aus. Besonders bei Vorträgen oder Pitches ist Überzeugung von einer Meinung oder Begeisterung für ein Thema die halbe Miete. Wer Enthusiasmus zeigt oder über etwas spricht, wofür er brennt, braucht sich um seine Mimik beispielsweise nicht mehr viele Gedanken machen, denn dessen Augen leuchten dann fast schon automatisch. An diesem Punkt kommt die Authentizität ins Spiel. Natürlich können wir nur über solche Dinge leidenschaftlich reden, die uns auch wirklich interessieren und die uns am Herz liegen. Wer andere mit seinen Worten berühren will, ist deshalb im besten Fall auch selbst berührt. Heiße Ice Breaker sind daher zum Beispiel Anekdoten aus dem eigenen Leben oder Herzensangelegenheiten. 

“Charme ist die Art, wie ein Mensch ‚ja‘ sagt,
ohne dass ihm eine bestimmte Frage gestellt worden war”

Albert Camus

Vorbilder – nicht nur etwas für Kinder 

In jungen Jahren werden wir häufig gefragt, wer eigentlich unsere Vorbilder sind. Dabei ist das eine Frage, die wir uns selbst ein Leben lang immer wieder stellen sollten – auch in Bezug auf unser Auftreten. Die Geschichte hat viele großartige RednerInnen und charismatische Charaktere hervorgebracht. Warum nicht einfach von ihnen lernen? Wenn du jemandem im Kopf hast, den du als besonders charismatisch wahrnimmst, überleg dir, was diese Person so besonders macht. Ist es ihr Habitus? Ihr Kleidungsstil? (Ja, auch der kann eine Rolle spielen!) Wie sie andere stets beim Namen nennen kann oder doch das einprägsame Lachen? Charisma kommt in vielen Formen und dieser Vielfalt können wir uns bedienen. Doch nicht vergessen, Glaubwürdigkeit und Authentizität sind das A und O. Integriere also in dein Auftreten nur solche Verhaltensweisen anderer, die sich auch für dich gut und natürlich anfühlen. 

Wie so viele andere Dinge, beginnt auch Charisma im Kopf. Wir glauben, dass auch du Charisma hast. Jetzt ist es nur noch an dir, es uns gleich zu tun und der Welt das zu zeigen.  

Vor Gruppen zu stehen fällt dir ohnehin schon leicht? Du würdest das Reden vor anderen gerne zu deinem Beruf machen? Oder du bist bereits Trainer/-in, Lehrer/-in oder Pädagoge/-in und möchtest dein Wissen und deine Werkzeugkiste rund um Präsentationstechnik, Wissensvermittlung und Kommunikation gerne erweitern? Empfehlung der Redaktion: unsere kommende Trainerausbildung! Hol dir hier alle Informationen. Bei Fragen sind wir jederzeit für dich erreichbar 😊