In Kooperation mit Mareike Ahrend von der „Pferdebrücke“ können wir unseren TeilnehmerInnen seit längerer Zeit die spannende Ausbildung „Pferdegestütztes Coaching & Training“ anbieten. Um die bisherige gemeinsame Zeit Revue passieren zu lassen, haben wir Mareike zum Interview getroffen. Begleitet hat sie ihre Absolventin Sylvia – auf die im kommenden Jahr eine neue Aufgabe wartet… Worum es sich dabei handelt und was Kochrezepte und Esel im pferdegestützten Coaching zu suchen haben? Lest selbst! 

ilEs ist nun schon einige Zeit seit dem Start der HAC-Ausbildung in Kooperation mit il vergangen. Wie sieht dein Fazit aus dieser Zeit aus? 

Mareike: Es war ein wundervoller Beginn. Innerhalb eines Jahres bin ich tollen Menschen begegnet, die aus unterschiedlichsten Kontexten kommen – und doch konnte sich jeder das mitnehmen, was er wollte und was er braucht. 

Ich bin sehr dankbar gemeinsam mit il die Ausbildung anbieten zu können. Die Feedbacks sind alle sehr positiv, es war wirklich eine Bereicherung für die TeilnehmerInnen. Sie haben die Pferde auf eine neue Art kennengelernt, ihre eigene Weiterentwicklung vorangetrieben und natürlich jede Menge Tools und Wissen für ihre neue Tätigkeit bekommenKurzfazit:  Eine geniale Zeit! 

ilWer sind denn die Teilnehmer/innen und was sind ihre Wünsche und Ziele? 

Mareike: Die TN kommen aus ganz unterschiedlichen Hintergründen und jede/r legt einen ganz anderen Fokus. Für die einen ist Coaching ein ganz neues Gebiet, das sie erlernen möchten und sie kommen aus ganz anderen Berufen. Manche bringen sehr viel Vorerfahrung aus ähnlichen Bereichen mit, also Psychologen, Lebens- und Sozialberater, aber auch einige aus angrenzenden Fachgebieten, wie dem heilpädagogischen Reiten. Nichts desto trotz, es ist für alle jede Menge Neues dabei und die vielfältigsten Erwartungen werden erfüllt.  

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass alle den Wunsch und das Ziel teilen, in irgendeiner Form als pferdegestützte Coaches und TrainerInnen tätig sein zu können. Das sieht sehr individuell aus. Die einen möchten gleich losstarten und sich selbständig machen. TN, die bereits aus dem Coachingbereich oder der Beratung kommen, möchten es in ihre bestehende Arbeit integrieren. Andere wiederum möchten die Methoden einfach gerne kennenlernen und sich selbst weiterentwickeln. All das geht Hand in Hand und die unterschiedlichen TN bereichern sich gegenseitig. 

Viele TN wollen endlichen das tun können, wovon sie seit Jahren träumen und Geld damit verdienen. Sie suchen neue berufliche Perspektiven und ergreifen die Chance, ihren aktuellen Job, den sie vielleicht nicht mehr mögen, verlassen zu können. Dazu kommt, dass manche dadurch die Gelegenheit bekommen, ihr „Hobby Pferd“ zu finanzieren oder ihrem Pferd eine neue Aufgabe bieten können. Das ist besonders schön für Pferde, die nicht mehr geritten werden können. Allumfassend gesagt: die TeilnehmerInnen wünschen sich auf ganz vielen Ebenen neue Impulse für ihr Leben. 

il Wie würdest du typische Veränderungen beschreiben, die bei deinen TeilnehmerInnen passieren? 

Mareike: Die TN gewinnen oftmals an Leichtigkeit. Sie bekommen Zuversicht, ihren Traum umsetzen zu können, mit Pferden zu arbeiten.  Wir arbeiten viel mit unterschiedlichen Modellen, die einen neuen Blick auf die Welt eröffnen. Dadurch entstehen neue Perspektiven, die das Leben bereichern.  

Von einer Teilnehmerin erhielt ich das Feedback, dass sie regelmäßig gefragt wurde, was mit ihr passiert ist. Sie hat einen neuen Frohmut in ihrem Leben, wodurch natürlich auch ihr Umfeld anders reagiert.  

Die TN gehen mit mehr Selbstbewusstsein raus und sind bestärkt in ihrem Vorhaben. Viele unterstützen sich auch nach der Ausbildung gegenseitig. Die eine hat kein eigenes Pferd, eine andere braucht zu einem bestimmten Thema eines Firmenauftrages mehr spezifisches Branchen-KnowHowIst ein Klient oder Auftrag zu weit weg, so geben sie ihn weiter oder sie halten das Training gemeinsam auf dem Hof einer HAC-Kollegin. Ich finde das wirklich großartig, wieviel Kooperationen und Freundschaften bereits entstanden sind. 

Außerdem sind alle TN voller Tatendrang. Sonntags machen sie ihre Zertifizierung und gehen sofort mit einem klaren Plan für die ersten Schritte raus. Sie haben bereits ein erstes Seminarthema, mit dem sie beginnen wollen, ein fertiges Flipchart, um es über Social Media zu bewerben und Trainingsdesign für die Einheiten zu ihrem Thema. 

ilWeil du die Methodik angesprochen hast: Es gibt ja auch andere Anbieter von HAC-Ausbildungen, mit teilweise völlig anderen Schwerpunkten. Was macht deine besonders? 

Mareike: Es gibt Anbieter, die den Fokus stark auf die persönliche Weiterentwicklung legen. Andere haben einen starken Businessbezug oder fokussieren die Technik. Bei unserer Ausbildung gibt es beides. Die TN bekommen im Seminarraum einen theoretischen Input und Coachingtechniken erklärt, die in einem „Kochrezept“ verpackt sind – also einen möglichen Plan, wie das Coaching ablaufen kann. An dieses können sie sich genau halten oder auch einfach eigene Ideen mit hineinmischen. Dieses Personalisieren und Variieren wird mit der Erfahrung leichter und mit etwas Übung können die TN dann aus dem Gefühl heraus coachen. Es ist beim Coachen ein bisschen wie beim Kochen. Es gibt Zutaten, die man kennen sollte, einige Grundgerichte sozusagenMit der Zeit kann dann selbst kombiniert und gewürzt werden und jeder findet seine eigene „Note“.  

Das neue „Kochrezept“ erproben wir dann gleich in der Halle bei den Pferden. Dies geschieht in Dreiergruppen. Einer coacht dabei, einer wird gecoacht und einer ist der Beobachter. In jeder Position ergeben sich Erfahrungen, die wertvoll für die eigene Coachingpraxis sind.  Die Ausbildung ist also eine Mischung aus Herz und Hirn.  

Die Inhalte sind sehr vielfältig und reichen vom pferdegestützten Einzelcoaching, bis hin zur Arbeit mit Teams und Gruppen. Besonders wichtig ist es mir, dass meine TN ihr eigenes Wissen und ihre Erfahrungen in das Neue integrieren können. Auch versuchen wir für jeden das passende Betätigungsfeld zu finden. Hat eine Teilnehmerin beispielsweise viel Erfahrung in der Reitpädagogik, so können wir gemeinsam erarbeiten, wie sie pferdegestütztes Coaching zum Beispiel leicht für Mütter anbieten könnte. Und auch hierbei sind die Themen vielfältig. Zeit für mich? Achtsam im Alltag? Das Führungsverhalten als Mutter reflektieren? Ressourcen für den Alltag sammeln? Bei einem TN, der aus dem Unternehmenskontext kommt, kann dies ganz anders aussehen. 

Die üblichen 4 bis 6 Tage Ausbildungsdauer waren uns auch zu wenig. Bei uns dauert die Ausbildung 2×4 Tage. 8 Tage, die intensiv gestaltet sind, um neues Wissen auch wirklich erfahren und ausprobieren zu können. Aus unserer langjährigen Erfahrung als Seminaranbieter wissen wir, wie wichtig es ist, zwischen den beiden Modulen eine Pause von ca. einem Monat zu haben. In dieser Zeit kann das neu Erlernte einsickern, es können erste Coaching– und Trainingserfahrungen gesammelt werden, die dann im nächsten Modul reflektiert werden können. Durch die Pause können sich auch neue Perspektiven und Erlebnisse setzendamit die TN dann frisch in den zweiten Teil starten können. 

ilSylvia, schön dass du auch dabei bist! Du hast ja bereits die Ausbildung bei Mareike absolviert. Magst du uns kurz von deiner Erfahrung berichten? 

Sylvia: Ich habe in den letzten Jahren schon mehrere Ausbildungen im systemischen und integralen Coaching-Bereich gemacht, auch im Zusammenhang mit Tieren. Ich habe zwar ein enormes Wissen angehäuft, nur kam ich bisher nie aus einer Ausbildung und hatte das Gefühl sofort loslegen und arbeiten zu können. Bei Mareike war es eine rundum stimmige Ausbildung, ein „Rundum-Sorglos-Paket“ so zu sagen. Eine Mischung aus geballtem Wissen und intensiver Selbsterfahrung. Das Gelernte kam also nicht nur im Verstand, sondern auch im Gefühl an.  

Nach den acht Tagen hatte ich einen riesigen Werkzeugkoffer in der Hand, inklusive dem wichtigsten WerkzeugFragen, um den KlientInnen eine neue Sichtweise zu ermöglichen. Dadurch können sie ihre Ressourcen finden und das mithilfe der Co-Kreation Mensch-Pferd. Abgerundet wurde die Ausbildung durch die zusätzlichen Informationen bezüglich z.B. rechtlichen und versicherungstechnischen Aspekten bei der Arbeit als Coach. Ich kam also aus der Ausbildung und hatte alles in der Hand, was ich brauchte. 

Es war einfach wirklich erstaunlich und berührend, was der Co-Coach Pferd mit einem Menschen macht, wie er ihm helfen kann auf seine Muster aufmerksam zu werden. Ich habe es so genossen, diese entspannte Erleichterung und den tiefen Respekt und die Dankbarkeit dem Tier gegenüber zu erleben.  

Alles in allem: Die Mischung aus Praxis, Theorie und die Absicherung in allen Bereichen, gepaart mit der Perspektive, Menschen wirklich damit helfen zu können, machen diese Ausbildung für mich perfekt. 

ilDie Nachfrage nach HAC und einer soliden Coaching-Ausbildung mit Pferden ist konstant am Steigen. Dies ist nicht nur in Österreich zu merken, sondern es gibt immer mehr InteressentInnen aus Deutschland, die sich auf den Weg nach Österreich machen. Nun hattet ihr die Idee, eine HAC Ausbildung direkt in Deutschland anzubieten. Wie ist es dazu gekommen? 

Mareike: Seit einiger Zeit haben wir TeilnehmerInnen, die aus Deutschland anreisen. Dies sind oft Menschen, die sich bereits ausführlich bei verschiedenen Anbietern informiert haben. Sie sind au