Lange Zeit wurden Körper und Geist als getrennte Einheiten betrachtet. Doch diese Vorstellung bringt oft Unausgeglichenheit, Stress und fehlende Verbindung mit sich. Techniken, die nur noch den Geist oder ausschließlich den Körper im Fokus haben, gehören der Vergangenheit an.

Embodiment ermöglicht es uns, innere Stärke, Ausgeglichenheit und mentale Klarheit zu entwickeln. Und es erweitert nicht nur unsere persönliche Entwicklung, sondern auch unsere Coaching-Fähigkeiten. Es bietet eine innovative Methode, um Klient*innen auf tieferen Ebenen zu unterstützen.

Was Embodiment ist, wie es funktioniert und was alles dazu gehört – vom Mentaltraining bis zum Coaching – erfährst du im nachfolgenden Beitrag.

Was ist Embodiment?

Lass uns in die Geschichte eintauchen, um zu verstehen, wie Embodiment seinen Anfang nahm. Schon in der Antike wurde über das Verhältnis von Körper und Geist diskutiert – das sogenannte Leib-Seele-Problem.

Doch erst im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich die Theorien, die wir heute als Grundlage für das Embodiment im Mentaltraining nutzen. Idealismus, Materialismus und Dualismus – Begriffe, die dir vielleicht bekannt vorkommen. Aber wie genau stehen sie in Bezug zum Embodiment?

  1. Idealismus: Die Vorherrschaft des Geistes
    Der Idealismus betont die Überlegenheit des Geistes über den Körper. Diese Perspektive argumentiert, dass unsere Gedanken, Emotionen und bewussten Erfahrungen den Kern unseres Seins ausmachen. Der Körper wird als eine Art Gefäß für den Geist betrachtet, der seine physische Existenz lediglich benötigt, um auf der Erde zu agieren. Die Realität wird aus Sicht des Idealismus von der geistigen Welt bestimmt, die materielle Welt ist nur eine Manifestation davon.
  2. Materialismus: Der Fokus auf die physische Welt
    Der Materialismus hingegen legt den Schwerpunkt auf die materielle Welt, inklusive des Körpers. Gemäß dieser Perspektive sind Gedanken, Emotionen und mentale Zustände Resultate der physischen Prozesse im Gehirn. Der Geist wird als Produkt der materiellen Vorgänge im Körper betrachtet. Dieser Standpunkt zieht die Verbindung zwischen Bewusstsein und Körperlichkeit enger und sieht den Körper als Grundlage für unsere Erfahrungswelt.
  3. Dualismus: Die Trennung von Körper und Geist
    Der Dualismus nimmt eine differenzierte Sichtweise ein, indem er davon ausgeht, dass Körper und Geist getrennte Entitäten sind, die jedoch miteinander interagieren und somit in Wechselwirkung zueinanderstehen. Diese Ansicht sieht den Körper als physische Hülle, die den Geist beherbergt. Obwohl sie voneinander unterschieden werden, beeinflussen sie sich gegenseitig. Dieser Ansatz kann in verschiedene Formen unterteilt werden, wie zum Beispiel den Substanzdualismus, der davon ausgeht, dass Geist und Körper aus unterschiedlichen Substanzen bestehen.

Diese Ansichten – Idealismus, Materialismus und Dualismus – haben unsere Sicht auf die Beziehung von Körper und Geist im Laufe der Geschichte geprägt. Die moderne Betrachtung des Embodiments im Mentaltraining integriert Elemente aus allen drei Perspektiven, um die tiefe Verbindung zwischen Körper und Geist zu würdigen und zu nutzen. Dies ermöglicht uns, die volle Bandbreite unserer Erfahrungen zu verstehen und zu gestalten.

Grundlagen des Embodiments: Körperhaltung, Atmung und Bewusstsein

Stell dir vor, du könntest deine Stimmung und deinen mentalen Zustand einfach durch die Art, wie du deinen Körper hältst, beeinflussen. Das ist der Kern des Embodiments. Deine Körperhaltung sendet nicht nur Signale an die Welt um dich herum, sondern auch an dein eigenes Gehirn.

Schon einmal von “Power Posing” gehört? Es ist erstaunlich, wie sich deine Körperhaltung auf dein Selbstvertrauen und deine Ausstrahlung auswirken kann. (Übrigens, Peter, unser Lehrtrainer der Ausbildung zum/zur Mentaltrainer*in, wurde zu einem Interview von Radio Arabella zum Thema Power Posing eingeladen – das Interview und einen Überblick findest du hier: Im Interview mit Radio Arabella – Wie Power Posing dir zum Erfolg verhilft.)

Aber es geht noch weiter: Durch bewusste Atemtechniken kannst du nicht nur deinen Geist beruhigen, sondern auch deinem Körper neue Energie zuführen. Das ist Embodiment in seiner reinsten Form.

Embodiment-Übungen: Dein Werkzeugkasten für innere Stärke

Genug von Theorie – lass uns praktisch werden! Der Embodiment-Werkzeugkasten ist randvoll mit Übungen, die du sofort in deinen Alltag integrieren kannst. Bevor wir uns in die Details stürzen, denke daran: Du kannst diese Übungen ganz nach deinem eigenen Tempo und deinen Bedürfnissen anpassen. Kein Druck, keine Erwartungen – nur du und dein eigenes Tempo.

Embodiment-Übung 1: Der Körper-Scan

Stell dir vor, du könntest deinen Körper wie eine Landkarte erforschen. Das ist der Kern des Körper-Scans. Beginne an deinen Füßen und arbeite dich langsam nach oben vor. Spüre, welche Empfindungen jeder Teil deines Körpers sendet. Nimm wahr, ohne zu urteilen. Diese Übung hilft dir nicht nur, Stress abzubauen, sondern auch deine Verbindung zu deinem Körper zu vertiefen.

Embodiment-Übung 2: Die achtsame Bewegung

Kennst du das Gefühl, wenn du eine bewusste Bewegung machst? Zum Beispiel, wenn du langsam und bedacht eine Tasse Tee hebst? Diese Übung dreht sich um achtsame Bewegung. Während du eine alltägliche Handlung ausführst, sei voll und ganz präsent. Spüre jede Bewegung, jeden Muskel. Diese Übung lehrt dich, wie du Achtsamkeit in jeden Moment integrieren kannst.

Embodiment-Übung 3: Atemlenkung für Klarheit

Der Atem – unsere lebenswichtige Verbindung zur Welt. Durch gezielte Atemübungen kannst du nicht nur Entspannung finden, sondern auch Klarheit gewinnen. Eine einfache Übung ist die 4-7-8-Technik: Atme vier Sekunden lang ein, halte den Atem sieben Sekunden lang an und atme dann acht Sekunden lang aus. Spüre, wie sich deine Gedanken beruhigen und Raum für Klarheit schaffen.

Mehr Embodiment-Übungen findest du in dem Artikel „Mentaltraining für Körper und Geist“.

Aktuelle Studien und Ausblick: Wohin führt uns Embodiment?

Was sagen die aktuellen Studien über Embodiment? Tatsächlich gibt es wachsende Forschungsergebnisse, die die positiven Auswirkungen von Embodiment auf die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden belegen.

Zahlreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass die Verbindung von Körper und Geist durch Embodiment einen starken Einfluss auf die psychische Gesundheit, Stressbewältigung und emotionales Wohlbefinden hat. Menschen, die Embodiment-Praktiken in ihren Alltag integrieren, berichten von erhöhter Klarheit, gesteigerter Selbstwahrnehmung und besserer Selbstregulation.

Und wie sieht die Zukunft von Embodiment aus? Die Prognosen für die Zukunft zeigen, dass Embodiment eine immer wichtigere Rolle im Mentaltraining und Coaching spielen wird. Mit dem wachsenden Verständnis für die enge Verknüpfung von Körper und Geist werden immer mehr Coaching-Methoden und Mentaltrainings-Techniken Embodiment-Prinzipien integrieren.

Wie in dem Buch von Maja Storch „Embodiment“ schon steht, beeinflusst Embodiment die Verbindung von Körper und Geist, unser Wohlbefinden sowie unsere Herangehensweisen an Coachings.

Die Verbindung von Körper und Geist wird zunehmend als Schlüssel zu nachhaltigen Veränderungen angesehen. Wir können also gespannt sein, wohin uns diese Reise noch führen wird.

Bereit für deine eigene (Embodiment-)Reise? Erfahre mehr über deine Ausbildung zum/zur Mentaltrainer*in!

Wenn du neugierig geworden bist und spürst, dass Embodiment dein Weg zu innerem Gleichgewicht sein könnte, dann lade ich dich herzlich ein, mehr über unsere Mentaltraining Ausbildung zu erfahren.

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